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Massenbewegungen

Die Alpen sind ein geologisch „junges“ Gebirge, in dem an den steilen Bergflanken häufig Sturzprozesse und Hangbewegungen (Talzuschub, Rutschungen) stattfinden. Seit dem Ende der letzten Eiszeit vor 16.000 Jahren wurden die Täler durch diese Vorgänge im Gebirge maßgeblich geprägt und formten die heutige Landschaft.

Große Bewegungen treten selten auf
Große Sturzprozesse und Hangbewegungen - beispielsweise Großrutschungen oder Bergstürze - sind eine Bedrohung im Gebirge, die mit technischen Mitteln nicht beherrschbar sind. Gemessen an menschlichen Lebenszeiträumen treten sie jedoch selten auf.

Solche Massenbewegungen, die häufig im Zusammenhang mit Erdbeben oder tektonischen Vorgängen stehen, sind in Österreich beispielsweise am Dobratsch bei Villach (Kärnten), bei Köfels (Tirol) oder im Gradenbach im oberen Mölltal (Kärnten), aber auch in anderen Gebieten im Alpenraum, wie kürzlich am Eiger in der Schweiz aufgetreten.

Kleine hingegen öfters
Kleinere Sturzprozesse und Hangbewegungen wie Steinschlag, Felssturz oder Rutschungen treten an steilen Berghängen häufiger auf und bedrohen oft Siedlungen und Verkehrswege. Diese Naturgefahren sind besonders im Bereich tektonischer Störungslinien, am Fuße labiler Felshänge, anzutreffen.

Steinschlag und Felssturz sind durch hohe Fallgeschwindigkeiten und Energien gekennzeichnet. Je nach Blockgröße können Gebäudewände, Dächer oder Fenster durchschlagen und sogar Gebäudeteile zerstört werden.

Schutz bei Steinschlag und Felssturz
Wirkungsvollen Schutz gegen Steinschlag bieten Stahlnetze, die die Bewegungsenergie vor dem Gefährdungsgebiet bremsen und Gestein ablagern. Vorbeugend können Verankerungen oder Abstützungen einen Absturz von losen Felsmassen verhindern.

Was sind Rutschungen?
Rutschungen treten meist im Zusammenhang mit feinkörnigen Lockergesteinen, bei Wassersättigung des Bodens oder durch Gleithorizonte im Untergrund (Schichten, die aufgrund ihrer physikalischen Beschaffenheit zum Gleiten neigen) auf.

Gebäude, die sich auf einem rutschenden Untergrund befinden, sind starken Zug- und Druckkräften ausgesetzt

Technik gegen Rutschungen
Die Maßnahmen zum Schutz vor Rutschungen richten sich nach der Art der Bewegung und Tiefe des Gleithorizontes. Technische Vorkehrungen sind meist Pfähle oder Verankerungen, Entwässerungen oder Stützbauten.

Viele Rutschungen sind jedoch so tiefgründig, dass sie technisch nicht stabilisiert werden können oder sich nach einer Hangentwässerung nur langsam stabilisieren. Für die Untersuchung von Rutschungen und die Beobachtung von Hangbewegungen stehen Methoden der modernen Messtechnik (z. B. Bewegungssensoren) zur Verfügung.

Hier finden Sie Bilder zu dem Thema.

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