WASSERWIRTSCHAFTLICHES GRUNDSATZKONZEPT FÜR DIE MUR, IM ÖSTERREICHISCH-SLOWENISCHEN GRENZABSCHNITT

Hornich R., Baumann N., Novak J.

Das Wasserwirtschaftliche Grundsatzkonzept für die Grenzmur, wurde zwischen 1998 und 2000 durch ein österreichisch-slowenisches Expertenteam erarbeitet. Der Arbeitsschwerpunkt dabei war die Aufbereitung von Entscheidungsgrundlagen zur Verhinderung der weiteren Eintiefung der Gewässersohle, zur Gewährleistung eines Hochwasserschutzes bis zum hundertjährlichen Hochwasserereignis für Siedlungsbereiche und Infrastruktureinrichtungen und zur langfristigen dynamisch-natürlichen Entwicklung des Gewässersystems. Die Arbeiten konzentrierten sich vor allem auf die Bereitstellung von Grundlagen für flussbauliche Maßnahmen und die Erstellung des Geschiebetransportmodells. Auf Grund der Ergebnisse ist eine Stabilisierung bzw. Anhebung der Flusssohle am geeignetsten mit Aufweitungen zu erreichen. Die ökologischen Untersuchungen konzentrierten sich auf orientierende Erhebungen und Beurteilungen des Fischbestandes, des Makrozoobenthos und auf eine Strukturkartierung. Die Fischartenzahl in der Grenzmur ist im Vergleich zur historisch belegten Artenzahl kaum gesunken, sehr wohl aber die Individuenzahl der jeweiligen Arten, was auf die Reduktion und Vereinheitlichung der Lebensräume zurückzuführen ist. Auch die Untersuchungen zum Makrozoobenthos und zu den Gewässerstrukturen belegen diese Aussage. In Leitbildworkshops wurden erste Überlegungen aus schutzwasserwirtschaftlicher und gewässerökologischer Sicht zu abgestimmten Entwicklungszielen für die Grenzmur diskutiert und festgelegt.

The Basic Water Management Concept for the border course of the river Mur was implemented in the period 1998-2000 by a joint Austrian and Slovenian experts team. The centre of activity was the development of a common decision-making basis to prevent further downcutting of the streambed, ensure flood protection of surrounding inhabited areas and infrastructures up to the 100-year flood (HQ100) and favour a natural and dynamic development of the water system in the long-term. Special effort was devoted to the definition of river control measures and the working out of the bed load transport model. Results suggest that the stabilization and/or raising of the river bottom can best be achieved by widening the bed. The ecological investigation sought to estimate and evaluate the fish population and macrozoobenthos and to map the structural characteristics of the waters. Compared with historically documented biodiversity data, the number of fish species living in the border segment of the Mur has remained stable; what has sunk, instead, is the population of the single species, a consequence of the shrinking size and growing uniformity of habitats. The surveys on macrozoobenthos and water structure further substantiate these findings. In the course of the Guideline Workshops the first proposals on protection water management and water ecology measures were discussed and adopted. These were devoted to the achievement of concerted goals for the development of the border segment of the river Mur.

2004/4 VIII/105-VIII/116